La Palma: Wanderparadies im subtropischen Garten

Genau 4.059 Kilometer von Frankfurt/Main entfernt liegt eine der westlichsten Europa- Destinationen: Die kanarische Insel La Palma. Seit 1992 kommen wir schon zum sechsten Mal auf diese schöne Insel zum Wandern.

La Palma, bekannt als La Isla verde (die grüne Insel) oder La Isla bonita (die schöne Insel) ist ganzjährig von grüner Vegetation bedeckt. Diese Üppigkeit verdankt die Insel den nordöstlichen Passatwinden, deren Wolken beim Überqueren der Insel abregnen oder dichte Nebelfelder in den Gebirgskämmen bilden. So gliedert sich die Insel in verschie- dene Vegetationszonen – von Lavafeldern über Trockenvegetation zu Kieferwäldern auf den Höhen und Lorbeerwäldern, die dem Regenwald ähneln. Auf den Höhen über 2.000 Metern faszinieren die Formen und Farben des Vulkans.

Der Reventón-Pass teilt die Insel in 1.400-1.800 m Höhe in die eher raue, feuchtere Ost-seite und die sonnigere, trockenere Westseite. Hier wabern die von Nordosten heran-ziehenden Wolken über den Kamm. Selbst wenn sie dort nicht abregnen sollten, bleiben viele Wassertropfen an den 20 cm langen Kiefernnadeln hängen und sorgen so für ausreichende Feuchtigkeit und speisen gleichzeitig die Wasserleitungen zur Versorgung der Ortschaften.

Die kanarische Kiefer ist robust, übersteht Waldbrände und wird viele hundert Jahre alt. Im Inselinneren wachsen außer Eukalyptus und Lorbeerarten so gut wie keine Laubbäume.

Die Durchquerung der Caldera de Taburiente ist die Königswanderung jedes La Palma Urlaubers: Wer hier noch nicht war, hat vieles vom Charme der Insel noch nicht gesehen… Der größte Senkkrater weltweit hat 9 km Durchmesser und fällt vom höchsten Punkt der Insel, dem Roque de los Muchachos (2.426 m ü. NN), zweitausend Meter tief ab. Innen gibt es eine eigene Gebirgsstruktur und viele vulkanische Quellen, aber keinerlei Straßen oder Dörfer.

Diese Tour ist eine Herausforderung für Knie und Waden. Es geht vom Ausgangspunkt Los Brecitos in 1.030 m Höhe (erreichbar per Bergtaxi) in einer 6-7 stündigen Tour ca. 800 Höhenmeter bergab und ca. 200 Höhenmeter bergauf. Mindestens zweimal sind Flüsse ohne Brücken zu durchqueren, viele Steinbrocken sind zu überklettern. 2-3 Liter Trinkwasser pro Wanderer sind hier ein Muss! Der Weg hinaus aus dem Kessel führt durch die Schlucht des Taburiente-Flusses, weshalb die Wanderung nicht nach oder an Regentagen gemacht werden sollte: Es drohen Sturzfluten.

Mittlerweile gibt es ganz passable Rot- und Weißweine auf La Palma, die wir immer wieder gern probieren. Angebaut werden die Pflanzen im schwarzen Lavagestein, das sowohl Feuchtigkeit als auch Wärme speichert. Die Pflanzen werden meist auf dem Boden liegend kultiviert und mit kleinen Steinmauern vor den rauen Winden geschützt.

San Andrés im Nordosten La Palmas ist eine Reise wert - die Ruhe des kleinen Ortes beeindruckt. Es gibt ein paar kleinere Restaurants und Bars.

La Palma soll die steilste Insel der Welt sein, gemessen an Höhe und Grundfläche.

Wir sind aufgrund von anderen Erfahrungen weltweit etwas skeptisch, ob das stimmt.

In jedem Fall können wir aber gut verstehen, dass die UNESCO La Palma zu den drei weltweit schönsten Inseln zählt!

Der afrikanische Tulpenbaum, den wir von Asien bis zur Karibik in der Nähe des Äquators antreffen, beeindruckt mit seinen großen knallroten Blütenständen.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© watzhahner wandervögel 2008-2019