São Tomé's Nachbar-Insel Rolas: Mittelpunkt der Welt

Im Golf von Guinea liegen auf hunderte Kilometer verteilt einige fast unbekannte vulkanische Eilande als Ausläufer des Mont Camerun: Annobón, Bioko und dazwischen versteckt São Tomé, Príncipe und Rolas - genau dort, wo der Null-Meridian den Äquator schneidet.

Der bis zu 2.025m hoch gelegene Obó-Regenwald auf der vor Westafrika liegenden Kakao-Insel São Tomé ist unser Ziel. São Tomé ist so groß wie Rügen und liegt ständig im Tropen-Nebel. Bei Temperaturen zwischen 28-32°C fallen bis zu 7.000 mm Niederschlag pro Jahr. Nur 2.000 Touristen pro Jahr finden den Weg hierher, die meisten sind Portugiesen.

Vergessene, unberührte Natur im zweitkleinsten afrikanischen Staat, der sich nie zu Afrika gehörig fühlte und niemals mit dem Festland verbunden war. Als ehemalige Sklaven-Insel Portugals ist sie erst seit dem 15. Jahrhundert bewohnt und wird durch ein Vielvölker-Gemisch von sehr freundlichen Menschen urbar gemacht, die sich mit Fischfang und dem Kakao- & Kaffeeanbau beschäftigen. Mehr als 50% der Einwohner sind unter 16 Jahre.

In einer Bucht finden wir ein Fischerdorf, wo am späten Vormittag Frauen und Kinder auf die vom Fischfang mit Holzkanus auf dem offenen Meer zurückkehrenden Männer warten. Es gibt keine Zurückhaltung den fotografierenden Fremden gegenüber; es entstehen ungezwungene und authentische Fotos vom Leben in einem der ärmsten Länder Afrikas.

Zu Kolonialzeiten vor 1975 gab es versteckt im Regenwald mehrere Hundert Plantagen. Heute sind viele dieser Roças nicht mehr in Betrieb und verfallen - der Urwald erkämpft sich sein Reich zurück. Wer Beton verrotten sehen will, muss hierher kommen...

Wie immer in afrikanischen Ländern besuchen wir den lokalen Wochenmarkt, der auch hier fast alles bietet, was man zum Leben braucht. In der tropischen Hitze scheint das anstrengende Verkaufen aber auch müde zu machen...

Die Infrastruktur zeigt, dass wir uns in einem sehr armen Land der Welt befinden. Oder?

Dass diese Brücke selbst für einen Bus noch befahrbar ist, haben wir etwas später im Selbstversuch bewiesen... Inzwischen wissen wir, dass auch Deutschland häufig arm dran ist, erinnert uns doch diese eingesackte Brücke stark eine bundesweit bekannte Autobahnbrücke und deren 10 Jahre dauernde Sanierung fast vor unserer Haustür.

Rolas ist der Mittelpunkt dieser Welt: Hier kreuzen sich der Nullmeridian aus Greenwich mit dem Äquator, was durch dieses Denkmal mit einer vorzüglichen Aussicht gewürdigt wird. Zu dieser Sehenswürdigkeit pilgern aber kaum Touristen - wir entdecken Sie auf eigene Faust und ohne störenden tourististischen Andrang.

So klein die Insel Rolas ist, es gibt viel zu entdecken. Zum Beispiel diese unbebaute und wie ein natürlicher Hafen wirkende Bucht, an der die vulkanische Herkunft von Rolas sichtbar wird.

Chillen mit einem kühlen Bier im 2.300 m2 großen 28-30°C warmen Meerwasser-Pool exakt auf der Äquatorlinie und dem Nullmeridian und das noch vor einem beeindruckenden Panorama! Im dazugehörigen Hotel waren wir fast allein, hatten aber täglich fangfrischen, kreolisch zubereiteten Fisch. Besser geht nicht.

Unseren Kalender von den Kakao-Inseln kannst Du hier einsehen.

São Tomé - eine beeindruckende Tropeninsel zum Entdecken, wenn man als Wanderer genau hinschauen will! Noch mehr Kakaoinselbilder kommen hier:

Unser Buch von den Kakao-Inseln.

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